Chronik der TT-Abteilung
erstellt anlässlich der Feier zum 50. Jubiläum 2007
Auf den Tag genau lassen sich die Anfänge des aktiven Tischtennissports in Bühl nicht mehr feststellen, denn viele Dokumente und Aufzeichnungen gingen in den Nachkriegswirren auch in unserer Stadt verloren. Bekannt ist jedoch, dass sich schon im Jahre 1946 einige Anhänger des kleinen weißen Balles zusammenfanden, um erstmals Wettkämpfe zu bestreiten. Da die Besatzungsmächte jegliche Vereinsaktivitäten verboten hatten, waren die Möglichkeiten hierzu allerdings nur sehr begrenzt. Ein kleines Zimmer in der „Alten Volksschule“, dem heutigen Rathaus, diente den Akteuren zunächst als Spielraum. Einige von ihnen agierten schon damals recht erfolgreich, denn Namen wie Gisela Welter, Helene und Rita Belikan, Anneliese Eibl, Anneliese Wahle, Else Stückle und Gertrud Zink waren auch über die Stadt Bühl hinaus bekannt.
Die Geburtsstunde der Tischtennis-Abteilung im Turnverein Bühl lässt sich hingegen exakt datieren. Am 25.07.1957 bzw. 11.12. 1957 beschloss der Turnrat, das seinerzeit höchste Gremium des Turnvereins, die Aufnahme der „Tischtennisvereinigung Bühl“. Ein Schreiben vom damaligen Schriftführer im Turnverein, Werner Müller, an die „Vertreter der Bühler Tischtennisspieler Lothar Welter und Günther Schell“, unterzeichnet vom 1. Vorsitzenden Fritz Kraus, dokumentiert die Aufnahme der Tischtennisabteilung ab 1.10.1957 im Turnverein Bühl. Zum Abteilungsleiter wurde Lothar Welter gewählt, der zusammen mit seinem Schriftführer und späteren Nachfolger Günther Schell fortan einige Jahre lang die Geschicke der Abteilung lenkte. Inzwischen hatte man auch in einem ausgedienten Tanzsaal der Gaststätte „Fortuna“ eine neue Unterkunft gefunden und konnte dort auf drei Tischen den offiziellen Spielbetrieb aufnehmen. Überliefert ist auch, dass die junge Abteilung nicht nur im sportlichen Bereich aktiv war. Demzufolge wurden manchmal im Anschluss an Wettkämpfe im Spiellokal lukrative Tanzabende veranstaltet.
Die Nachfolge als Abteilungsleiter trat dann im Jahr 1969 Oskar Hohmann an, der in seiner Ära sowohl im Verein als auch im Bezirk und später als Verbandslehrwart großes Engagement an den Tag legte. In dieser Zeit, d.h. 1965, hatte man endlich in der Turnhalle des Gymnasiums – später wurde daraus die Realschule - eine neue Bleibe gefunden, was der Abteilung bessere Möglichkeiten im Aktiven- und Jugendbereich eröffnete. Nach dem überraschenden Vereinswechsel von Oskar Hohmann zur TTG Achern-Ottenhöfen übernahm Franz Knopf 1975 für 2 Jahre die Führung. Ihm folgte 1977 Gustl Schiek, der bis 1990 die Geschicke der Abteilung lenkte. Diese war als Leistungsabteilung für den Turnverein zum anerkannten „Aushängeschild“ geworden, und auch in Bezirk und Verband fand die Entwicklung des Tischtennissports in Bühl allgemeine Anerkennung.
Inzwischen hatte man sich weiter erfolgreich entwickelt und man kann ohne Übertreibung die Dekade von 1980 bis 1990 als die „goldenen Jahre“ im sportlichen Bereich bezeichnen. Als Gustl Schiek im Jahre 1990 den Vorsitz im Turnverein übernahm, übergab er die Leitung an Jochen Fritz. Nach dessen 3 jähriger Amtstätigkeit folgte für 5 Jahre Wolfgang Lorenz.
Bereits ab den Siebziger Jahren wurden zahlreiche Veranstaltungen wie Bezirksmeisterschaften, Südbadische- und Gesamtbadische Meisterschaften in der Schwarzwaldhalle durchgeführt und die Ausrichtung des Vierländerkampfes Luxemburg, Schweiz, Pfalz und Südbaden im Jahr 1975 war dabei sicherlich der Höhepunkt. 1997 übernahm dann Gustl Schiek erneut die Abteilungsleitung, die er bis zum Frühjahr 2006 innehatte. Seit diesem Zeitpunkt trägt der bisherige „Vize“ Jochen Fritz die Verantwortung.
Im Laufe der vergangenen 50 Jahre haben sowohl die jeweiligen Verantwortlichen wie auch ihre Mitarbeiter, durch großen Einsatz zur erfolgreichen Entwicklung der Abteilung beigetragen. So kann man im Jubiläumsjahr auf über 100 Aktive blicken, die in 2 Herren-, 3 Damen- und 7 Jugendmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen.
Auch außerhalb zeigten sich Mitglieder des TV Bühl, vor allem das Ehepaar Schiek aktiv. So war Gustl Schiek im Verband tätig als Damenwart und Seniorenwart, als Mitglied des Verbandsschiedsgerichts, 7 Jahre als Bezirksvorsitzender und 10 Jahre als Spielleiter der Oberliga Baden-Württemberg. Bei Marliese Schiek stehen die Funktionen Bezirks-Jugend- und Mädelwartin, 19 Jahre Mädelwartin im Verband, 2 Jahre Verbandsjugendwartin, 2. Vorsitzende der Badischen Sportjugend und Fachausschussmitglied in der Deutschen Sportjugend zu Buche. Der Südbadische Tischtennisverband würdigte 1998 dieses Engagement mit der Verleihung der „Goldene Ehrennadel mit Kranz“ und beide durften 2005 vom Land Baden-Württemberg die Landesehrennadel in Empfang nehmen.
50 Jahre, eine kurze und doch so lange Zeit, in der die Abteilung viele Höhen erleben durfte, aber auch von Rückschlägen nicht verschont blieb. Der große Elan der jetzigen Verantwortlichen, gekennzeichnet vor allem durch viele neue Ideen, verschafft die Zuversicht auf eine weiterhin erfolgreiche Zukunft.



